Solar-Gemeinschaften in der Schweiz: Gemeinsam Strom produzieren

Nicht jeder hat ein eigenes Dach für eine Solaranlage, und nicht jedes Dach ist gleichermassen geeignet. Doch auch ohne eigenes Dach koennen Sie in der Schweiz von Solarstrom profitieren – durch Solar-Gemeinschaften. Diese Modelle ermoeglichen es Gruppen von Nachbarn, Gebaeudeeigentuemern oder Energiegenossenschaften, gemeinsam in Solaranlagen zu investieren und den produzierten Strom untereinander aufzuteilen.

Solar-Gemeinschaften gewinnen in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Sie bieten eine Loesung für Mieter, Eigentuemer von verschatteten Gebaeuden und alle, die gemeinsam die Energiewende vorantreiben moechten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)

Die bekannteste Form ist der ZEV. Seit 2018 koennen sich Eigentuemer benachbarter Grundstuecke zusammenschliessen, um den Solarstrom einer gemeinsamen Anlage zu nutzen. Durch den Zusammenschluss steigt der Eigenverbrauchsanteil erheblich: Waehrend ein einzelnes Einfamilienhaus nur 25 bis 35 Prozent selbst verbraucht, koennen mehrere Haushalte gemeinsam 50 bis 70 Prozent erreichen, da sich die Verbrauchsprofile ergaenzen.

Die Organisation eines ZEV erfordert klare vertragliche Regelungen zwischen den Teilnehmern über Kostenverteilung, Stromverteilung und Entscheidungsfindung. Es empfiehlt sich, diese Vereinbarungen mit juristischer Unterstuetzung zu formulieren.

Energiegenossenschaften

Bei diesem Modell gruenden Buergerinnen und Buerger eine Genossenschaft, die in Solaranlagen investiert. Die Mitglieder erwerben Genossenschaftsanteile und erhalten guenstigen Solarstrom oder eine Rendite. Solar-Genossenschaften knuepfen an die Schweizer Tradition genossenschaftlicher Energieversorger an und bieten eine demokratische Form der Energieerzeugung.

Lokale Energiegemeinschaften

Ein neueres Konzept sind lokale Energiegemeinschaften (LEC), die über den ZEV hinausgehen. Sie ermoeglichen es Prosumern und Konsumenten in einem Quartier, Energie zu teilen und zu handeln. Die rechtlichen Grundlagen werden derzeit erarbeitet. Pilotprojekte zeigen bereits das grosse Potenzial.

Buergersolaranlagen

Buergersolaranlagen ermoeglichen die Beteiligung an grossen Solaranlagen auf oeffentlichen Gebaeuden. Buerger erwerben Anteile und erhalten Stromgutschriften oder Dividenden. Die Beteiligungssummen beginnen oft bei wenigen hundert Franken. Zahlreiche Gemeinden und Energieversorger bieten solche Modelle an.

Vorteile und Herausforderungen

Solar-Gemeinschaften demokratisieren den Zugang zu Solarenergie, staerken den Gemeinschaftssinn und verbessern die Wirtschaftlichkeit durch hoehere Eigenverbrauchsquoten. Gleichzeitig erfordern sie Engagement, Koordination und klare rechtliche Regelungen. Wenn Sie sich für eine Solar-Gemeinschaft interessieren, sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, Ihrer Gemeinde oder einem lokalen Energieversorger.

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