Was muss eine Solar-Offerte enthalten? Checkliste für Hausbesitzer

Wer sich für eine Solaranlage interessiert, wird früher oder später mehrere Offerten von verschiedenen Anbietern erhalten. Doch wie erkennt man eine seriöse und vollständige Offerte? Welche Informationen sollten unbedingt enthalten sein, und bei welchen Auslassungen sollten die Alarmglocken läuten? In diesem umfassenden Leitfaden stellen wir Ihnen die komplette Checkliste vor, mit der Sie jede Solar-Offerte professionell bewerten können. Diese Checkliste basiert auf jahrelanger Erfahrung und den Empfehlungen des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie.

Eine Solar-Offerte ist mehr als nur ein Preisangebot. Sie ist ein technisches Dokument, das die geplante Anlage in allen Details beschreiben sollte. Eine gute Offerte gibt Ihnen Sicherheit und Transparenz und ermöglicht es Ihnen, verschiedene Angebote fundiert miteinander zu vergleichen. Gleichzeitig dient sie als Grundlage für die vertragliche Vereinbarung zwischen Ihnen und dem Installateur.

Grundlegende Angaben zur Anlage

Jede seriöse Solar-Offerte beginnt mit den grundlegenden technischen Angaben zur geplanten Photovoltaikanlage. Dazu gehört zunächst die Gesamtleistung der Anlage in Kilowatt Peak (kWp). Diese Angabe zeigt, wie leistungsfähig Ihre Anlage unter optimalen Bedingungen sein wird. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in der Schweiz sind Anlagen zwischen 8 und 15 kWp üblich, wobei die ideale Grösse von Ihrem Stromverbrauch und der verfügbaren Dachfläche abhängt.

Weiterhin sollte die Offerte die genaue Anzahl der Solarmodule angeben sowie deren Hersteller, Typenbezeichnung und Einzelleistung in Watt Peak (Wp). Achten Sie darauf, dass nicht nur ein generischer Modultyp genannt wird, sondern eine konkrete Typenbezeichnung, die Sie überprüfen können. Dasselbe gilt für den Wechselrichter: Hersteller, Modellbezeichnung und Nennleistung sollten klar angegeben sein.

Das Montagesystem verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Die Offerte sollte angeben, welches Montagesystem verwendet wird und ob es sich um eine Aufdach- oder Indach-Montage handelt. Bei Flachdächern sollte der Aufständerungswinkel und das verwendete Ballastierungssystem genannt werden. Das Montagesystem muss für die klimatischen Bedingungen in der Schweiz geeignet sein, insbesondere in Bezug auf Schneelasten und Windkräfte.

Technische Planung und Dokumentation

Eine professionelle Offerte enthält eine Dachbelegungsplanung, idealerweise als grafische Darstellung. Daraus sollte ersichtlich sein, wie die Module auf Ihrem Dach angeordnet werden, welche Abstände zu Dachrändern und Kaminen eingehalten werden und wie die Kabelführung geplant ist. Bei komplexeren Dachformen mit mehreren Orientierungen oder Gauben ist eine solche Planungsdarstellung besonders wichtig, da sie zeigt, dass der Anbieter Ihr Dach tatsächlich individuell geplant hat und nicht einfach eine Standardlösung anbietet.

Die Ertragsberechnung ist ein weiteres essenzielles Element. Sie sollte den erwarteten jährlichen Stromertrag in Kilowattstunden (kWh) angeben und auf nachvollziehbaren Parametern basieren. Dazu gehören die Dachneigung, die Dachausrichtung (Azimutwinkel), die lokale Globalstrahlung, eventuelle Verschattungen durch Bäume, Nachbargebäude oder Dachaufbauten sowie der Systemwirkungsgrad der gesamten Anlage. Idealerweise wird die Berechnung mit einem anerkannten Simulationsprogramm wie PVSOL, PVsyst oder Polysun durchgeführt.

Darüber hinaus sollte die Offerte eine Eigenverbrauchsanalyse enthalten. Diese zeigt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms direkt im Haushalt verbraucht werden kann und welcher Anteil ins Netz eingespeist wird. Der Eigenverbrauchsanteil ist für die Wirtschaftlichkeit der Anlage entscheidend, da selbst verbrauchter Strom deutlich mehr wert ist als die Einspeisevergütung. Typische Eigenverbrauchsquoten ohne Batteriespeicher liegen bei 25 bis 35 Prozent für ein Einfamilienhaus, mit Batteriespeicher bei 50 bis 70 Prozent.

Detaillierte Kostenaufstellung

Das Herzstück jeder Offerte ist die Kostenaufstellung. Eine transparente und vollständige Auflistung aller Kostenpositionen ist das wichtigste Qualitätsmerkmal einer seriösen Offerte. Folgende Positionen sollten einzeln ausgewiesen sein: die Solarmodule mit Angabe von Anzahl, Typ und Stückpreis, der Wechselrichter oder die Wechselrichter, das Montagesystem inklusive aller Befestigungsmaterialien, die DC-Verkabelung (Kabel, Stecker, Überspannungsschutz), die AC-Verkabelung und der Anschluss an den Zählerschrank, ein eventuell erforderlicher Zählerwechsel oder Umbau des Zählerschranks, das Baugerüst oder eine Arbeitsbühne für die Montage sowie die Arbeitskosten für die Montage.

Zusätzlich sollten die Kosten für Planung und Projektierung, für die Anmeldung beim Energieversorger und bei der Gemeinde (falls eine Baubewilligung erforderlich ist), für die Inbetriebnahme und den Abnahmetest sowie für allfällige Dokumentationen aufgeführt sein. Die Mehrwertsteuer sollte selbstverständlich klar ausgewiesen werden, ebenso wie eventuelle Skonto-Möglichkeiten bei Vorauszahlung.

Eine besonders hilfreiche Angabe ist der Preis pro installiertem kWp als Zusammenfassung. Diese Kennzahl ermöglicht den direkten Vergleich mit anderen Offerten und mit marktüblichen Preisen. In der Schweiz liegen die Gesamtkosten für eine schlüsselfertige Aufdach-Anlage derzeit typischerweise zwischen CHF 1'600 und CHF 2'400 pro kWp, abhängig von der Anlagengrösse und den verwendeten Komponenten.

Förderungen und Wirtschaftlichkeit

Ein verantwortungsvoller Installateur informiert Sie in der Offerte auch über die verfügbaren Förderungen. In der Schweiz ist die wichtigste Förderung die Einmalvergütung (EIV) des Bundes, die von Pronovo verwaltet wird. Für kleine Anlagen bis 100 kWp besteht die EIV aus einem Grundbeitrag plus einem Leistungsbeitrag pro kWp. Die aktuellen Sätze und die Bearbeitungszeit sollten in der Offerte genannt werden.

Darüber hinaus bieten viele Kantone und Gemeinden zusätzliche Förderprogramme an. Ein guter Installateur kennt die regionalen Fördermöglichkeiten und weist in der Offerte darauf hin. Manchmal können auch steuerliche Vorteile geltend gemacht werden, da die Investition in eine Solaranlage in vielen Kantonen als Unterhaltskosten von den Steuern abgezogen werden kann.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung rundet die Offerte ab. Sie sollte die Amortisationszeit der Anlage angeben, also nach wie vielen Jahren sich die Investition durch eingesparten und verkauften Strom bezahlt gemacht hat. In der Schweiz liegt die Amortisationszeit bei guten Bedingungen zwischen 8 und 14 Jahren. Darüber hinaus sollte die Berechnung die erwartete Rendite über die gesamte Lebensdauer der Anlage zeigen und realistische Annahmen über die Entwicklung der Strompreise und die Einspeisevergütung treffen.

Garantien und Gewährleistung

Die Garantiebedingungen sind ein wesentlicher Bestandteil jeder Solar-Offerte und sollten detailliert aufgeführt werden. Dabei sind verschiedene Garantiearten zu unterscheiden. Die Produktgarantie der Modulhersteller deckt Material- und Verarbeitungsfehler ab. Standard sind heute 12 bis 15 Jahre, Premium-Hersteller bieten bis zu 25 Jahre. Die Leistungsgarantie der Modulhersteller garantiert eine Mindestleistung über die Jahre, typischerweise 85 bis 90 Prozent der Nennleistung nach 25 Jahren, bei Premium-Herstellern nach 30 Jahren.

Die Garantie auf den Wechselrichter beträgt standardmässig 5 bis 10 Jahre, kann aber bei den meisten Herstellern gegen Aufpreis auf 15 bis 20 Jahre verlängert werden. Da der Wechselrichter typischerweise nach 12 bis 15 Jahren ausgetauscht werden muss, kann eine solche Garantieverlängerung sinnvoll sein. Die Installationsgarantie des Montagebetriebs ist ebenfalls wichtig und sollte mindestens 5, besser 10 Jahre betragen.

Fragen Sie auch nach der Gewährleistung für die Dachdichtigkeit. Die Montage von Solarmodulen erfordert in der Regel Eingriffe in die Dachhaut, und der Installateur sollte garantieren, dass das Dach nach der Montage dicht ist. Seriöse Betriebe arbeiten mit bewährten Dachdurchführungssystemen und geben darauf eine explizite Garantie.

Zeitplan und Zahlungsmodalitäten

Eine vollständige Offerte enthält auch Angaben zum Zeitplan der Installation. Wann beginnen die Arbeiten, wie lange dauert die Montage und wann erfolgt die Inbetriebnahme? Eine typische Installation eines Einfamilienhauses dauert zwei bis vier Arbeitstage, wobei die Vorbereitung und Planung zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Der Zeitraum von der Auftragserteilung bis zur Inbetriebnahme beträgt typischerweise vier bis zwölf Wochen, je nach Auslastung des Installateurs und Lieferzeiten der Komponenten.

Die Zahlungsbedingungen sollten klar definiert sein. Üblich sind verschiedene Modelle: Zahlung nach Fertigstellung und Abnahme, Teilzahlung in Etappen (zum Beispiel 30 Prozent bei Auftragserteilung, 40 Prozent nach Lieferung der Materialien und 30 Prozent nach Inbetriebnahme) oder Zahlung nach vereinbarter Zahlungsfrist (zum Beispiel 30 Tage nach Inbetriebnahme). Seien Sie vorsichtig bei Anbietern, die eine vollständige Vorauszahlung verlangen.

Die Gültigkeit der Offerte sollte ebenfalls angegeben sein. Üblich sind 30 bis 90 Tage. Innerhalb dieses Zeitraums ist der Anbieter an die genannten Preise und Konditionen gebunden. Nach Ablauf der Gültigkeit können sich Preise aufgrund von Wechselkursschwankungen oder veränderten Einkaufskonditionen ändern.

Was in einer Offerte nicht fehlen darf – die Zusammenfassung

Nutzen Sie die folgende Checkliste, um jede Solar-Offerte systematisch zu prüfen. Haken Sie jeden Punkt ab und notieren Sie sich Fragen oder Unklarheiten, die Sie mit dem Anbieter besprechen möchten.

Wenn eine Offerte mehrere dieser Punkte nicht oder nur unzureichend abdeckt, sollten Sie beim Anbieter nachhaken. Eine seriöse Firma wird Ihre Fragen bereitwillig und transparent beantworten. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, klare Antworten zu erhalten, ist dies ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten.

Nutzen Sie unseren kostenlosen Offert-Service, um bis zu fünf Angebote von geprüften Schweizer Installateuren zu erhalten. Alle unsere Partner-Betriebe sind verpflichtet, vollständige und transparente Offerten zu erstellen, die alle oben genannten Punkte abdecken. So können Sie sicher sein, dass Sie eine fundierte Entscheidung treffen.

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