Solar-Qualitätsmerkmale: Woran erkennt man gute Module?

Solarmodule sind das Herzstück jeder Photovoltaikanlage und massgeblich für deren Leistung und Langlebigkeit verantwortlich. Doch nicht alle Module sind gleich. Auf dem Markt finden sich hunderte verschiedener Produkte von dutzenden Herstellern, und die Qualitätsunterschiede können erheblich sein. Für Laien ist es oft schwierig, hochwertige Module von minderwertigen Produkten zu unterscheiden. In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir Ihnen die wichtigsten Qualitätsmerkmale, auf die Sie beim Kauf von Solarmodulen achten sollten.

Die Investition in eine Solaranlage ist eine langfristige Entscheidung – die Module sollen über 25 bis 30 Jahre zuverlässig Strom produzieren. Umso wichtiger ist es, bei der Modulwahl auf Qualität zu setzen. Ein paar Franken pro Modul gespart können sich über die Lebensdauer der Anlage als teurer Fehler erweisen, wenn die Module schneller degradieren, anfälliger für Defekte sind oder weniger Strom produzieren als versprochen.

Wirkungsgrad: Die wichtigste Kennzahl

Der Wirkungsgrad eines Solarmoduls gibt an, wie viel Prozent der einfallenden Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt wird. Je höher der Wirkungsgrad, desto mehr Strom erzeugt ein Modul auf der gleichen Fläche. Standard-Module auf Basis polykristalliner Siliziumzellen erreichen Wirkungsgrade von 17 bis 19 Prozent. Monokristalline Module, die heute den Markt dominieren, erzielen 19 bis 22 Prozent. Premium-Module mit Hochleistungszellen wie den HJT- oder TOPCon-Technologien erreichen 22 bis 24 Prozent.

Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet, dass Sie auf der gleichen Dachfläche mehr Leistung installieren können. Dies ist besonders relevant bei begrenzter Dachfläche, wo jeder Quadratmeter zählt. Allerdings sind Module mit höherem Wirkungsgrad in der Regel auch teurer. Die Wirtschaftlichkeit hängt daher von der verfügbaren Dachfläche und dem gewünschten Ertrag ab. Wenn ausreichend Dachfläche vorhanden ist, kann ein günstigeres Modul mit etwas geringerem Wirkungsgrad die wirtschaftlichere Wahl sein.

Degradation: Der schleichende Leistungsverlust

Jedes Solarmodul verliert im Laufe der Zeit an Leistung. Dieser natürliche Alterungsprozess wird als Degradation bezeichnet und ist unvermeidlich. Die Frage ist nur, wie schnell die Leistung abnimmt. Hochwertige Module weisen eine jährliche Degradation von nur 0,25 bis 0,4 Prozent auf, während mindere Qualität bis zu 0,7 oder sogar 0,8 Prozent pro Jahr einbüssen kann.

Um den Unterschied zu verdeutlichen: Ein hochwertiges Modul mit 0,3 Prozent jährlicher Degradation liefert nach 25 Jahren noch über 92 Prozent seiner Nennleistung. Ein minderwertiges Modul mit 0,7 Prozent Degradation kommt nach 25 Jahren nur noch auf etwa 83 Prozent. Auf die gesamte Lebensdauer gerechnet produziert das hochwertige Modul somit erheblich mehr Strom, was den höheren Anschaffungspreis mehr als ausgleichen kann.

Die lineare Leistungsgarantie des Herstellers gibt Aufschluss über die zu erwartende Degradation. Premium-Hersteller garantieren nach 25 Jahren noch mindestens 87 bis 92 Prozent der Nennleistung, manche bieten sogar Garantien über 30 Jahre. Achten Sie in der Offerte auf diese Angabe und vergleichen Sie die Garantiebedingungen verschiedener Hersteller.

Temperaturverhalten und Schwachlichtverhalten

Solarmodule arbeiten bei hohen Temperaturen weniger effizient als bei moderaten Temperaturen. Der Temperaturkoeffizient gibt an, wie stark die Leistung pro Grad Celsius Temperaturerhöhung sinkt. Typische Werte liegen zwischen -0,30 und -0,45 Prozent pro Grad. Je näher der Wert bei null liegt, desto besser das Temperaturverhalten. Module mit HJT-Technologie haben besonders gute Temperaturkoeffizienten von etwa -0,25 Prozent pro Grad.

Das Schwachlichtverhalten beschreibt, wie gut ein Modul bei geringer Einstrahlung funktioniert – also an bewölkten Tagen, in den Morgen- und Abendstunden oder im Winter. In der Schweiz, wo ein erheblicher Teil der Sonneneinstrahlung als diffuses Licht auftritt, ist ein gutes Schwachlichtverhalten besonders wichtig. Hochwertige Module erzeugen auch bei geringer Einstrahlung noch nennenswert Strom, während günstige Module unter solchen Bedingungen kaum noch Leistung bringen.

Zertifizierungen und Normen

Solarmodule, die in Europa verkauft werden, müssen bestimmte Zertifizierungen und Normen erfüllen. Die wichtigste Norm ist die IEC 61215, die die Design-Qualifikation und Typgenehmigung von Solarmodulen regelt. Module, die nach dieser Norm zertifiziert sind, haben eine Reihe von Tests bestanden, darunter mechanische Belastungstests, Temperaturwechseltests und Feuchtigkeitstests.

Die Norm IEC 61730 regelt die Sicherheitsanforderungen an Solarmodule und stellt sicher, dass die Module keine Gefahr für Personen oder Gebäude darstellen. Die Brandschutzklassifizierung ist ein weiterer wichtiger Aspekt: Module sollten mindestens die Klasse C erreichen, besser Klasse A oder B. In der Schweiz können die kantonalen Feuerpolizeien zusätzliche Anforderungen stellen.

Darüber hinaus gibt es unabhängige Qualitätstests wie den PVEL-Test oder den TÜV-Qualitätstest, die Module über die Mindestanforderungen der Normen hinaus prüfen. Module, die in diesen Tests gute Ergebnisse erzielen, bieten eine zusätzliche Qualitätssicherheit. Fragen Sie Ihren Installateur, ob die angebotenen Module solche zusätzlichen Tests bestanden haben.

Herstellergarantien verstehen

Bei Solarmodulen gibt es zwei verschiedene Garantiearten, die nicht verwechselt werden sollten. Die Produktgarantie deckt Material- und Verarbeitungsfehler ab und beträgt je nach Hersteller 10 bis 25 Jahre. Wenn ein Modul innerhalb dieser Frist aufgrund eines Herstellungsfehlers ausfällt, muss der Hersteller es kostenlos ersetzen. Eine längere Produktgarantie zeugt von Vertrauen des Herstellers in seine Produkte.

Die Leistungsgarantie garantiert einen Mindest-Ertrag über einen bestimmten Zeitraum. Die meisten Hersteller bieten eine lineare Leistungsgarantie, die beispielsweise nach 25 Jahren noch 85 bis 90 Prozent der Nennleistung zusichert. Premium-Hersteller bieten inzwischen sogar Garantien über 30 Jahre mit Mindestleistungen von 87 bis 92 Prozent.

Wichtig ist auch die Frage, wie der Hersteller im Garantiefall vorgeht. Wird das defekte Modul ersetzt oder nur der Minderwert erstattet? Wer trägt die Kosten für die Demontage und Remontage? Seriöse Hersteller regeln diese Punkte klar in ihren Garantiebedingungen. Und natürlich ist eine Garantie nur so viel wert wie das Unternehmen, das dahintersteht.

Mechanische Belastbarkeit

In der Schweiz müssen Solarmodule erheblichen mechanischen Belastungen standhalten, insbesondere durch Schneelasten und Windkräfte. Die Norm IEC 61215 sieht Standardtests mit Belastungen von 2400 Pa vor. Für alpine Standorte und Regionen mit hohen Schneelasten sind diese Standardwerte jedoch möglicherweise nicht ausreichend. Hochwertige Module sind für Belastungen von 5400 Pa oder sogar 7000 Pa zertifiziert, was Schneelasten von über 550 kg pro Quadratmeter entspricht.

Ein weiterer Aspekt der mechanischen Qualität ist die Zelltechnologie. Module mit Halbzellen sind mechanisch stabiler als Module mit Vollzellen und weniger anfällig für Mikrorisse, die durch mechanische Belastung oder Temperaturwechsel entstehen können. Auch die Qualität des Rahmens und der Rückseitenfolie beeinflusst die Langlebigkeit des Moduls erheblich.

Bei der Wahl von Solarmodulen gilt: Qualität zahlt sich aus. Ein hochwertiges Modul kostet in der Anschaffung etwas mehr, liefert aber über die gesamte Lebensdauer deutlich mehr Strom. Unsere geprüften Partner-Installateure arbeiten ausschliesslich mit hochwertigen Modulen renommierter Hersteller und beraten Sie gerne bei der Auswahl der optimalen Komponenten für Ihre Anlage.

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