Solaranlagen haben eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren oder mehr. Doch was passiert, wenn die Module am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind? Wie werden sie rueckgebaut und entsorgt? Und welche Kosten kommen auf den Anlagenbesitzer zu? Diese Fragen beschaeftigen immer mehr Schweizer Hauseigentuemer, da die ersten Generationen von Solaranlagen nun das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. In diesem Artikel beleuchten wir den gesamten Prozess.
Die gute Nachricht vorweg: Solarmodule gehören zu den am besten recycelbaren Produkten der Elektroindustrie. Über 90 Prozent der Materialien können wiederverwertet werden. Die Schweiz verfügt über ein gut organisiertes Ruecknahmesystem, das die fachgerechte Entsorgung und das Recycling sicherstellt.
Wann ist ein Rueckbau noetig?
Ein Rueckbau wird in drei typischen Situationen noetig: beim Erreichen des Lebensendes der Module nach 25 bis 30 Jahren, bei einer Dachsanierung, die eine vorübergehende Demontage erfordert, oder bei irreparablen Defekten durch Sturmschaeden, Blitzeinschlag oder Feuer. In allen Faellen sollte der Rueckbau von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.
So laeuft der Rueckbau ab
Zunaechst wird die Anlage vom Netz getrennt und die elektrischen Verbindungen fachgerecht aufgetrennt. Dies muss von einem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden, da die Module auch bei schwachem Licht Spannung erzeugen. Anschliessend werden die Module vom Dach transportiert und zur Recycling-Anlage gebracht. Die Kosten für ein typisches Einfamilienhaus liegen bei CHF 2000 bis CHF 5000.
Recycling von Solarmodulen
Solarmodule bestehen hauptsaechlich aus Glas (75 Prozent), Aluminium (10 Prozent), Kunststoff (10 Prozent) und Silizium (3 bis 5 Prozent). Die Recyclingquote liegt bei über 95 Prozent. Das gewonnene Glas, Aluminium und Silizium wird für neue Produkte wiederverwendet. Auch Edelmetalle wie Silber und Kupfer werden zurückgewonnen.
Gesetzliche Grundlagen in der Schweiz
Solarmodule unterliegen der VREG. Hersteller und Importeure sind verpflichtet, Module kostenlos zurückzunehmen und fachgerecht zu recyceln. Das Recycling wird über eine vorgezogene Recyclinggebühr finanziert, die beim Kauf bereits im Preis enthalten ist. Die Organisation SENS eRecycling koordiniert das Recycling in der Schweiz. Die illegale Entsorgung im Hausmuell ist verboten.
Second-Life-Konzept und Zukunft
Ein vielversprechender Ansatz ist das Second-Life-Konzept: Module, die für die Dachmontage nicht mehr effizient genug sind, können in weniger anspruchsvollen Anwendungen wie Gartenbeleuchtung oder in Entwicklungsländern noch viele Jahre nutzbare Dienste leisten. Mit der zunehmenden Verbreitung von Solaranlagen wird auch das Recycling-Volumen stark ansteigen. Die Schweizer Recyclingindustrie investiert in neue, effizientere Technologien.
Die Entsorgung und das Recycling von Solarmodulen sind kein Grund zur Sorge. Die Schweiz verfügt über ein gut funktionierendes System. Wenn Sie sich für eine Solaranlage entscheiden, können Sie sicher sein, dass auch am Ende der Lebensdauer eine nachhaltige Lösung bereitsteht.
Recyclingverfahren und wertvolle Rohstoffe
Solarmodule bestehen zu rund 75 Prozent aus Glas, 10 Prozent Aluminium, 5 Prozent Silizium, 5 Prozent Kunststoff und geringen Anteilen Kupfer, Silber und Zinn. Moderne Recyclingverfahren können über 95 Prozent dieser Materialien zurückgewinnen. Das Recycling beginnt mit der Demontage des Aluminiumrahmens und der Anschlussdose, die direkt wiederverwertet werden. Anschliessend wird das Modul in speziellen Öfen auf rund 500 Grad erhitzt, um die Kunststofffolien zu verbrennen und die Glasscheibe vom Zellverbund zu trennen. Das Glas wird sortiert und an die Glasindustrie weiterverkauft. Die Siliziumzellen werden chemisch behandelt, um Silber und Silizium zurückzugewinnen. In der Schweiz übernimmt die Stiftung SENS eRecycling die fachgerechte Entsorgung von Solarmodulen.
Die vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) wird beim Kauf neuer Module erhoben und beträgt derzeit CHF 0.05 pro Watt Leistung, also rund CHF 20 für ein Standard-400-Watt-Modul. Diese Gebühr deckt die späteren Recyclingkosten ab. Seit dem 1. Januar 2022 sind Hersteller und Importeure verpflichtet, die vRG zu erheben und an SENS abzuführen. Hauseigentümer können defekte oder ausgediente Module kostenlos bei einer der über 600 offiziellen Sammelstellen in der Schweiz abgeben. Für grössere Mengen bietet SENS auch Abholungen an. In Europa wird das Recycling von Solarmodulen durch die WEEE-Richtlinie geregelt, die auch in der Schweiz als Vorbild dient.
Rückbaukosten und Planung des Anlagenendes
Die Rückbaukosten einer Solaranlage setzen sich aus Demontage, Abtransport und Entsorgung zusammen. Für eine typische 10-kWp-Anlage mit rund 25 Modulen liegen die Demontagekosten bei CHF 1’500 bis CHF 3’000, abhängig von Dachtyp, Zugänglichkeit und Montagesystem. Der Abtransport schlaegt mit CHF 300 bis CHF 600 zu Buche. Die eigentliche Entsorgung der Module ist dank der vorgezogenen Recyclinggebühr kostenlos. Insgesamt sollten Eigentuemer für den kompletten Rückbau einer Einfamilienhaus-Anlage mit CHF 2’000 bis CHF 4’000 rechnen.
In der Praxis erreichen moderne Solaranlagen eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren. Die meisten Module liefern auch nach 30 Jahren noch über 80 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung. Statt eines vollständigen Rückbaus entscheiden sich daher viele Eigentümer für ein sogenanntes Repowering: Die alten Module werden durch leistungsstärkere neue Module ersetzt, wobei das bestehende Montagesystem und die Verkabelung oft weiterverwendet werden können. Dies reduziert die Kosten gegenüber einer komplett neuen Anlage um 30 bis 40 Prozent. Beim Repowering einer 10-kWp-Anlage aus dem Jahr 2000 mit modernen 400-Watt-Modulen kann die Leistung auf 15 bis 18 kWp gesteigert werden, ohne zusätzliche Dachfläche zu beanspruchen. Die Pronovo-Förderung gilt auch für Repowering-Projekte, sofern die Anlage wesentlich erweitert wird. Planen Sie das Anlagenende oder ein Repowering rechtzeitig und holen Sie mehrere Offerten ein, um die Kosten zu vergleichen.
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