Eine Solaranlage ist eine wertvolle Investition, die über Jahrzehnte zuverlässig Strom produzieren soll. Doch was passiert, wenn ein Sturm Module beschaedigt, ein Blitz einschlaegt oder ein Installationsfehler zu Schäden führt? Die richtige Versicherung schuetzt Sie vor finanziellen Verlusten. In diesem Artikel erklären wir, welche Versicherungen in der Schweiz obligatorisch sind und welche freiwillig aber empfehlenswert.
Das Versicherungswesen für Solaranlagen ist nicht ganz einfach, da es kantonale Unterschiede gibt. Grundsaetzlich sind drei Bereiche relevant: die Gebäudeversicherung, die Haftpflichtversicherung und optionale Zusatzversicherungen.
Gebäudeversicherung: Die Grundabsicherung
In den meisten Schweizer Kantonen ist die Gebäudeversicherung obligatorisch. Eine Solaranlage gilt als fester Bestandteil des Gebaeudes und ist automatisch eingeschlossen. Dies gilt für Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck und Blitzschlag. Wichtig: Informieren Sie Ihre Gebäudeversicherung über die Installation und lassen Sie den Versicherungswert anpassen. Die Praemie erhoehte sich typischerweise nur um CHF 30 bis CHF 100 pro Jahr.
In Kantonen ohne kantonale Gebäudeversicherung (Genf, Appenzell Innerrhoden, Wallis) müssen Sie die Solaranlage explizit in Ihre private Gebäudeversicherung einschliessen lassen.
Haftpflichtversicherung
Die Gebaeudehaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Ihre Solaranlage bei Dritten verursacht, etwa wenn ein durch Sturm geloestes Modul Schaden anrichtet oder Blendung einen Unfall verursacht. Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Haftpflichtversicherung die Solaranlage einschliesst. Stellen Sie auch sicher, dass Ihr Installateur eine ausreichende Betriebshaftpflichtversicherung hat.
Ertragsausfallversicherung
Eine optionale Ergaenzung ist die Ertragsausfallversicherung. Sie entschaedigt für entgangenen Ertrag, wenn die Anlage aufgrund eines Schadens ausfaellt. Die Kosten liegen bei CHF 50 bis CHF 200 pro Jahr. Ob sich diese Versicherung lohnt, haengt von der Anlagegrösse und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Allgefahrenversicherung
Einige Versicherer bieten Allgefahrenversicherungen an, die Bedienungsfehler, Kurzschluss, technisches Versagen, Vandalismus, Diebstahl und Tierbiss abdecken. Die Praemien liegen bei 0,2 bis 0,5 Prozent des Anlagenwertes pro Jahr. Bei einer CHF 25000-Anlage sind das CHF 50 bis CHF 125 jährlich.
Checkliste für Ihre Solaranlage-Versicherung
- Kantonale Gebäudeversicherung informieren und Wert anpassen
- Gebaeudehaftpflicht auf Solaranlagen-Deckung prüfen
- Versicherungsschutz des Installateurs prüfen
- Optional: Ertragsausfallversicherung prüfen
- Optional: Allgefahrenversicherung prüfen
Die Versicherung muss nicht kompliziert sein. In den meisten Faellen reicht die Grundabsicherung über die kantonale Gebäudeversicherung und die Haftpflicht. Unsere geprüften Installateure beraten Sie auch zu Versicherungsfragen und unterstuetzen Sie bei der Anmeldung.
Versicherungsarten und Deckungsumfang
Für Solaranlagen in der Schweiz kommen verschiedene Versicherungsarten in Betracht. Die Gebäudeversicherung deckt in vielen Kantonen fest installierte Solaranlagen automatisch ab, da sie als Teil des Gebäudes gelten. In den Kantonen mit obligatorischer kantonaler Gebäudeversicherung, wie Zürich, Bern, Aargau und St. Gallen, sind Solaranlagen gegen Feuer-, Elementar- und Sturmschäden versichert. Die Versicherungssumme wird bei der nächsten Revision angepasst, weshalb Sie den Einbau der Anlage umgehend melden sollten. In Kantonen ohne obligatorische Gebäudeversicherung, wie Genf, Wallis und Tessin, muss die Anlage in die private Gebäudeversicherung eingeschlossen werden.
Zusätzlich zur Gebäudeversicherung empfiehlt sich eine Solaranlagen-Allgefahrenversicherung, auch Photovoltaik-Versicherung genannt. Diese deckt Schäden ab, die über den Grundschutz hinausgehen: technische Defekte, Kurzschlüsse, Überspannung, Tierverbiss an Kabeln, Diebstahl und Vandalismus. Besonders wertvoll ist die Ertragsausfallversicherung, die den entgangenen Stromertrag bei längeren Anlagenausfällen kompensiert. Die Jahresprämie für eine umfassende PV-Versicherung liegt bei 0,3 bis 0,5 Prozent der Anlagensumme, also bei CHF 75 bis CHF 150 pro Jahr für eine typische 10-kWp-Anlage mit einem Wert von CHF 25’000 bis CHF 30’000. Vergleichen Sie die Angebote mehrerer Versicherer, denn die Deckungsumfaenge und Praemien unterscheiden sich teilweise erheblich. Achten Sie insbesondere auf den Selbstbehalt, der bei günstigen Policen höher ausfallen kann, sowie auf die Neuwertentschaedigung: Im Schadenfall sollte die Versicherung den Ersatz zum aktuellen Neuwert und nicht zum Zeitwert übernehmen.
Schadenfälle und Prävention
Die häufigsten Schadensursachen bei Solaranlagen in der Schweiz sind Hagel, Blitzschlag und Sturm. Die Schweiz erlebt regelmässig schwere Hagelereignisse, die Module beschädigen können. Moderne Module mit gehaertetem Glas widersetzen sich Hagelkoernern bis zu einem Durchmesser von 25 Millimetern, doch bei extremen Ereignissen wie dem Hagelsturm 2021 in Luzern können auch robuste Module brechen. Blitzeinschlaege verursachen vor allem Schäden an der Elektronik und am Wechselrichter. Ein professioneller Überspannungsschutz kostet CHF 200 bis CHF 500 und kann Schäden von mehreren tausend Franken verhindern. Die Statistik der kantonalen Gebäudeversicherungen zeigt, dass in einem durchschnittlichen Jahr rund 2 bis 3 Prozent aller Solaranlagen in der Schweiz einen versicherten Schadensfall erleiden. Die durchschnittliche Schadensumme liegt bei CHF 3’500 bis CHF 8’000, wobei Totalschaeden durch extreme Hagelereignisse bis zu CHF 25’000 erreichen können.
Zur Schadenpraevention gehören regelmässige Sichtprüfungen, insbesondere nach Unwetterereignissen. Kontrollieren Sie nach Hagelschlag die Moduloberflaechen auf Mikrorisse und nach Sturm die Befestigungen des Montagesystems. Tierverbiss an Kabeln laesst sich durch spezielle Kabelschutzrohre oder Netze verhindern, die bei der Installation oder nachtraeglich angebracht werden. Die Kosten dafür liegen bei CHF 300 bis CHF 800. Dokumentieren Sie den Zustand Ihrer Anlage regelmässig mit Fotos und führen Sie ein Anlagenbuch, in dem Wartungen, Inspektionen und eventuelle Reparaturen festgehalten werden. Im Schadenfall erleichtert diese Dokumentation die Abwicklung mit der Versicherung erheblich. Melden Sie Schaeden umgehend Ihrer Versicherung und lassen Sie Reparaturen nur von zertifizierten Fachbetrieben durchführen, um Ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Bei der Wahl des Montagesystems können Sie die Sturmfestigkeit durch ballastierte Systeme auf Flachdächern oder verstärkte Befestigungen in windexponierten Lagen erhöhen. Die Mehrkosten von CHF 500 bis CHF 1’500 amortisieren sich durch die vermiedenen Reparaturkosten und die tieferen Versicherungspraemien innerhalb weniger Jahre.
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Die Wintermonate November bis Februar liefern in der Schweiz nur rund 15–20 % des Jahresertrags einer Solaranlage. Um den Winterertrag zu maximieren, gibt es verschiedene Strategien. Steilere Modulneigungen von 50–60° erhöhen den Winterertrag um bis zu 15 % gegenüber flacheren Winkeln, reduzieren allerdings den Sommerertrag leicht. In Bergregionen profitieren steil montierte Module vom Albedo-Effekt der Schneedecke. Bifaziale Module können dieses reflektierte Licht zusätzlich nutzen. Die Schneeräumung von Modulen ist in den meisten Fällen nicht notwendig – bei ausreichender Neigung rutscht der Schnee selbst ab. Fassadenmodule liefern im Winter relativ gesehen die besten Erträge, da die tiefstehende Sonne fast senkrecht auf sie trifft. Für die Energiestrategie des Bundes ist der Winterstrom zentral – deshalb fördert der Bund alpine und Fassadenanlagen mit einem erhöhten EIV-Tarif.